Pfingstsonntag 2019: Natur pur mit Torf, Befis Naturgarten und Offenen Gärten

Aus dem geplanten Kurzausflug zu den Offenen Gärten in Backemoor und Schatteburg wurde dann bei strahlender Sonne ein Sechs-Stunden-Tag . An der Strecke lag zunächst ein kleines Areal des Torfabbaus in Klostermoor, das schon länger auf der Fotoliste stand:

[Alle Fotos: Detlef M. Plaisier & Sandra Gräfenstein]

Nächster Stopp war Befis Naturgarten in Burlage. Wir waren mit die ersten Gäste und hatten so ausreichend Platz, um das weitläufige Gelände zu durchstreifen. Herzlichen Dank für die kompetente Beratung zur Anlage unseres Blühstreifens und der Terrassenbepflanzung!

Nach einer Rast beim Melkhuske Schatteburg ging es dann weiter zu den Offenen Gärten in Backemoor und Schatteburg. Eine Augenweide kreativer Gartenideen, garniert mit Kunst undkleinen Leckereien und Erfrischungen! Auch hier haben wir viele Anregungen mitgenommen nebst einem Stamm der blauen Muskat-Weintraube Vitis vinifera für günstige acht Euro.

www.befis-naturgarten.de 

http://www.melkhuske-schatteburg.de/ 

Fehntjer Buurmester auf dem Prüfstand: Familiensinn und wenig Schärfe

Bürgermeister Geert Müller

“Manchmal muss man sich einfach in die erste Reihe setzen.” Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller hat die Aufforderung während einer Familienfeier nicht vergessen und überträgt sie auf sein Amtsverständnis. “Sie werden mich nicht in der zweiten Reihe sehen, und andere machen vorne die Arbeit. Ich habe den Anspruch, mit den Leitern der Fachbereiche fachlich mitreden zu können.”

Geert Müller stellt sich am 26. Mai den Bürgern Rhauderfehns zur Wiederwahl als Bürgermeister. Herausforderer Ingo Heynen will das mit einer vermeintlich einfachen Gleichung verhindern: Wenn die Wählervereinigung MOIN nur drei Sitze im Rhauderfehner Gemeinderat innehabe, dann könne er als Bürgermeister an der Spitze der Verwaltung den MOIN-Anliegen mehr Geltung verschaffen. Heynens Tonlage klingt dabei anders als bei Müller: Er spricht davon, man müsse eigene Interessen anderen gegenüber “verkaufen”, und der Bundespräsident ist für ihn schlicht “der Steinmeier”.  Die Frage muss erlaubt sein, ob eine solche Diktion einem möglichen künftigen Verwaltungschef angemessen ist. Teamplayer zu sein, nehmen beide für sich in Anspruch. Nach der Selbsteinschätzung gefragt, sieht sich Ingo Heynen als “humorvoll, zielstrebig und gewissenhaft”, während Amtsinhaber Geert Müller angibt, er sei manchmal “ein Stiesel”, habe “den Schalk im Nacken” und sei zudem “loyal und treu”. Müllers liebevolle Worte an seine Frau Heide Ihlenburg begegnet Heynen mit der Bemerkung, mit seiner Wirkung auf Frauen sei er durchaus zufrieden.

Herausforderer Ingo Heynen

Und die Sachfragen? Die Kontrahenten gehen höflich und respektvoll miteinander um. Wenn Kontroversen aufblitzen, bleiben sie weitgehend ohne rhetorische Schärfe. Man könnte vergessen, dass hier ein Bürgermeisteramt für acht Jahre auf dem Spiel steht. Heynen wirbt auf Plakaten mit drei Schwerpunktthemen: “Ortschaften stärken. Fehnbild erhalten. Schwimmbad bauen.” Mit Vehemenz macht sich der Herausforderer für ein Schwimmbad in Rhauderfehn stark. Die Schwimmöglichkeit für Schüler in Ramsloh erzeuge durch die Fahrten hohen Unterrichtsausfall. Außerdem sei eine Schwimmmöglichkeit für Patienten in Physiotherapie und für alle Altersklassen in der Freizeit dringend angezeigt. Bürgermeister Geert Müller sieht dagegen keinen sachlichen Bedarf und verweist auf die Höhe der Investitions- und Betriebskosten eines Schwimmbades. Die immens hohe Schuldenquote des Landkreises Leer lasse keine realistische Umsetzung von Heynens Forderung zu. Wer dennoch darauf bestehe, müsse sich die Frage nach Steuererhöhungen zur Finanzierung stellen.

Heynens Forderung, das Fehnbild müsse seinen unverwechselbaren Charakter bewahren, findet auch bei Müller Zustimmung. Dem Wunsch des Herausforderers, die Gemeinde müsse auch auf die Bundespolitik Einfluss nehmen, um Vorschriften zum Bauen im Außenbereich entsprechend anzugleichen, begegnet Müller kühl: “Durch Litaneien entstehen keinen neuen Bauplätze.” Es sei fahrlässig, hier falsche Hoffnungen zu wecken. Wie zu erwarten, blieb das Thema Schulstrukturreform zwischen beiden Kontrahenten ein Streitthema, bei dem Ingo Heynen einmal seine Angriffslust zeigte. Sein Einsatz für die Schule in Burlage sei “Ehrensache”, da stehe er im Wort, das er auch nicht brechen werde. Weitere Themen wie ein Kunstrasenplatz in der Gemeinde, ein neuer Standort für die Gemeindebücherei und selbst die Zukunft der Reilschule fanden nicht das große Interesse beim Publikum im vollbesetzten Saal des Verlaatshus.

Blick durch Stacheldraht zum Rathaus (Teil der Installation “Entwicklung”)

Der Kandidatenabend hat meine bisherige Einschätzung bestätigt: Meine Stimme hat Geert Müller. Da sehe ich Geradlinigkeit und Führungsstärke für Zeiten, die für Politik und Bürger gleichermaßen nicht einfach werden.. Das hat nichts mit einem Amtsbonus zu tun, sondern mit meinen Erfahrungen aus bisherigen Begegnungen. Die waren sachlich und menschlich zugleich, und das hat mich beeindruckt.

Wen man nach diesem Abend auch favorisieren mag, einen Gewinner gab es auf jeden Fall: Herbert Spies vom General Anzeiger führte launig und unverbraucht durch den Abend. Ein echter Gewinn für Rhauderfehn! 

Fotos (3): Detlef M. Plaisier

“LÖPPT! Mitnanner”: Junges Ehrenamt im Landkreis Leer auf Erfolgskurs

Tue Gutes und rede darüber. Selten galt dieses Wort nachdrücklicher als bei dem Bemühen, jungen Nachwuchs für die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen zu finden. Der Landkreis Leer geht jetzt offensive Wege: Durch die Kampagne “LÖPPT! Mitnanner” konnten schon mehrere Hundert Schüler und Jugendliche für das Ehrenamt sensibilisiert werden  – und die Ergebnisse sind erstaunlich.

“Mit der passenden Ansprache entstehen da völlig neue Ideen”, erklärte jetzt Rainer Bruns in einer Talkshow der Stabsstelle Ehrenamt des Landkreises Leer im Forum der Sparkasse LeerWittmund. Und das stecke selbst Schüler an, die schon ehrenamtlich aktiv seien. Der Leiter des Schulzentrums Collhusen war im Januar erster Gastgeber eines Workshops zum Thema Ehrenamt für 21 Schülerinnen und Schüler einer zehnten Klasse. Bruns fand aber auch kritische Worte: Zwar könne ehrenamtliches Engagment den Rückzug ins Private durch Social Media-Nutzung ein Stück zurückdrehen. Doch dann müssten die Angebote für junge Leute dynamischer gestaltet und einige Internetauftritte der Vereine “entstaubt” werden.

Auch Torsten Janssen, Leiter an der BBS II, sieht positive Effekte für junge Leute durch ehrenamtliches Engagement – und lobt gleich “seine” Schüler: “Wer sich engagiert, kann auch andere begeistern. Und kreative Köpfe wachsen bei uns ständig nach.” Von rund 2.500 Schülerinnen und Schülern der BBS II seien über eintausend schon durch Schulungen und Workshops zum Ehrenamt erreicht worden. Wie sehr Arbeitgeber vom ehrenamtlichen Einsatz profitieren können, betonte Mara Többens aus der Geschäftsführung der Kaufhausgruppe Ceka. “Unser Familienunternehmen braucht Mitarbeiter mit Charakter. Wer sich ehrenamtlich engagiert, erweist sich im Berufsalltag oft teamfähiger als andere.”

Das Erfolgsrezept des Landkreises Leer wird demnächst durch die Sparkasse LeerWittmund honoriert: Vorstandsvorsitzender Heinz Feldmann kündigte an, sein Haus werde ein “Blinkfüür” speziell für junge Menschen im Ehrenamt dotieren. Das Geschenk hatte er in einem Gespräch gemeinsam mit Landrat Matthias Groote eingefädelt. Löppt!

https://ehrenamt.landkreis-leer.de/Angebote/L%C3%B6ppt-Mitnanner/

“Jugend rettet”: Seenotmission im Mittelmeer. Warum Humanismus den rechten Hass besiegt

Ehrenamtliches Engagement hat viele Ausprägungen. Eine der waghalsigsten ist es,  über eine Crowdfunding-Kampagne einen umgebauten Fischkutter zu kaufen und sich mit dem auf “Iuventa” (lateinisch für Jugend) getauften Schiff auf eine Mission zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu begeben; so geschehen im Herbst 2015 durch die Berliner Initiative “Jugend rettet” als Reaktion auf den Tod von mehr als 800 Flüchlingen durch ein Bootsunglück im Mittelmeer (ja, der Begriff “Flüchtlingskrise” ist legitim, wenn man ihn über den eigenen Tellerrand hinaus in einen größeren Kontext stellt).

Viele der jungen Aktivisten von “Jugend rettet” hatten noch nie zuvor ein Fernglas in der Hand, ihre Erste Hilfe-Kenntnisse waren nur rudimentär vorhanden. Eines der wenigen Besatzungsmitglieder mit einsatzrelevanten Vorkenntnissen war der nautische Offizier Jonas Buja, Absolvent der Leeraner Seefahrtsschule. Er fuhr in knapp zwei Jahren fünf Einsätze auf der “Iuventa” mit, davon dreimal als Erster Offizier, zweimal als Kapitän. Heute tourt Jonas Buja mit dem Dokumentarfilm “Iuventa” durch die Republik und berichtet eindrucksvoll vom Leben an Bord, aber auch vom erzwungenen politischen Scheitern der Mission. In Leer war er in den “Leeraner Gesprächen” zu Gast, an seiner Seite Ulf Thiele, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag.

Auf Thieles Facebook-Profil hatten Kommentatoren im Vorfeld gefordert, man möge die jungen Aktivisten mitsamt den Geretteten “torpedieren”. Ein Anhänger dieser Denkweise gab sich dann auch im Publikum zu erkennen, beschuldigte die Crew-Mitglieder als “kriminelle Schlepper”, die dem Menschenhandel Vorschub leisteten. Schlißlich hätten die Menschen in den Booten ihre Lage selbst verschuldet, sie seien somit keine Flüchtlinge und ihre Lage sei nicht mit Seenot gleichzusetzen. Auf dem Flur legte er noch nach: Die “Männer auf Afrika” würden uns bald “allen die Kehle durchschneiden”.

Voller Geldkoffer – full money bag

Die Antwort aus dem Publikum war eindeutig. Ulf Thiele gab dem eine Stimme: “Schlepper sind allein die, die Leben gefährden und daran verdienen.” Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass selbst mit ehrenamtlicher Seenotrettung “nur ein Symptom” bekämpft werde, man müsse das “staatliche Versagen ” hier deutlich benennen.  Und jeder, der laut auftrumpfe, solle sich darüber klar sein, dass globale Entwicklungspolitik eben nicht allein “mit prall gefüllten Geldkoffern” zu managen sei.

Ich bin nun sicher nicht als Anhänger der Christdemokraten bekannt. Was ich schätze, ist ein demokratischer Diskurs in gegenseitigem Respekt. Und da habe ich mich bei den “Leeraner Gesprächen” mit Ulf Thiele unter einer klaren Mehrheit von CDU-Mitgliedern bestens aufgehoben gefühlt. Es tut gut, sich unter Menschen zu wissen, vor denen ich mein christlich-humanistisches Grundverständnis nicht rechtfertigen muss. Danke! Und genau dieses stille Einverständnis macht mich zuversichtlich, dass der rechte Hass auf Dauer nur eine hässliche Fußnote bleiben und es immer wieder Menschen wie Jonas Buja geben wird, die verantwortlich handeln aus dem Herzen heraus.

https://jugendrettet.org/en/

Fotocredit: © Cesar Dezfuli; Jugend rettet; Fotolia / Bildagentur-o

Rhauderfehner Reformationstag 2018: Verbindendes, Trennendes und Pastore ohne Talar

Vorab: Ich verabscheue es, mich für meinen Glauben rechtfertigen  zu müssen. Und ich werde ihn auch nicht erklären. Er gehört zu mir, und ich erwarte, dass Menschen in meinem Umfeld dies akzeptieren.

Ein feste Burg… Lutherdenkmal in Lutherstadt Wittenberg. Foto: Detlef M. Plaisier

Im vergangenen Jahr durfte ich zum 500jährigen Reformationsjubiläum eine Bibelausstellung im Gemeindehaus der Rhauderfehner Hoffnungskirche kuratieren. Mir wurde klar: Dieses Thema betrifft mich über das Feierjahr hinaus. In diesem Jahr, zu 500+1, stand der Gottedienst unter dem Motto “Reformationstag feiern?”. Ja, mit Fragezeichen. Der Anlass lag auf der Hand: Erstmals war der Reformationstag in diesem Jahr auch in Niedersachsen Feiertag. Was steht hinter dieser Entscheidung? Hätte es geeignetere Tage gegeben?

Quelle: luther2017.de

Zu einem kleinen Gedankenaustausch im Rahmen des Gottesdienstes hatte die Kirchengemeinde die Regionalpolitiker Johanne Modder, Ulf Thiele und Geert Müller eingeladen. Bei allen trennenden politischen Grundeinstellungen wurde schnell klar: Hinter dem Reformationstag als zusätzlichem Feiertag stehen alle, trotz gangbarer Alternativen wie dem Tag der Verfassung, dem Europatag, dem Tag der Menschenrechte oder dem Buß- und Bettag. “Ein Tag, an dem man sich reiben kann und der dauerhaft zur Diskussion anregt”, meinte Ulf Thiele. Johanne Modder rief zur Einkehr auf, “was die Reformation mit uns gemacht hat.”

Nachdenklicher äußerte sich Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller. Man müsse den Sinn des Reformationstages sicher noch lange erklären, so seine Einschätzung, “weil viele Menschen eben recht einfach denken”. Sein Wunsch sei es, immer das Verbindende zwischen den Menschen und den Religionen zu erkennen: “Wenn wir im Geist von Matthäus 7,12 leben, entsteht ein christliches Schneeballsystem, und das hilft uns allen.”

Quelle: Gymnasium Rhauderfehn

Und der Gottesdienst? Ostfriesland ist anders im Glauben. Rhauderfehn auch. Und die Hoffnungskirche erst recht. Ohne Soli Deo Gloria (wie es zum Beispiel in Ihren auf der Orgel in der Kapelle der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Westoverledingen steht und wie Johann Sebastian Bach jede seiner Kompositionen zeichnete), ohne “Eine feste Burg ist unser Gott”, ohne Talare fehlt mir etwas an diesem Tag. Ich kann mich mit Gospel und modernen Kirchenliedern nur schwer anfreunden zu so einem festlichen Anlass – trotz meiner Worte zur Eröffnung der Bibelausstellung im vergangenen Jahr:

“Kern des Wortes „Reformation“ ist Reform.
Reform – das geht immer nach vorne.
Reform, das muss nicht gleich so eine Revolution bedeuten wie bei Luther. Reform kann auch heißen: Jeder schaue in sich hinein, was er in seinem Umfeld ändern kann, schon länger ändern wollte, wozu ihm bislang der Mut fehlte.”

Ostfrieslandschau Leer 2018: nur eine kleine Notiz

Zugegeben: Ich bin von Leipzig vorbelastet. Dass ich von dem Namen “Ostfrieslandschau” nicht das gleiche Spektrum erwarten durfte wie von Verbrauchsschauen in der Messestadt, hätte mir klar sein müssen. So war es denn eine Präsentation regionaler Dienstleister und Organisationen mit den üblichen Messeprofis wie Vorwerk, Thermomix, ADAC und Pallhuber Wein. Fein, aber klein. Ich verstehe jetzt, warum die infa in Hannover im Volksmund “Hausfrauenmesse” heißt.

Jom Kippur 2018 in Aurich: Verlegung von Stolpersteinen und Buchpremiere

Es ist gut, dass Websites und Blogs nicht dem Zwang zur schnellen Berichterstattung unterliegen wie Tageszeitungen. So bleibt, wenn nötig, Zeit zur Besinnung und zum Nachwirken. So wie bei diesem Beitrag.

Die ostfriesische Kleinstadt Aurich ist bundesweit Vorbild bei der Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit vor der eigenen Haustür.  An Jom Kippur fand dort die 13. Verlegung von Stolpersteinen im Stadtgebiet statt. Beachtlich: Jetzt gibt es 339 kleine Denkmäler für vertriebene, verschleppte, deportierte und ermordete Juden im Pflaster. Eine Arbeitsgruppe arbeitet unermüdlich daran, den Entrechteten Namen und Gesicht zurückzugeben. Wie absurd erscheint da doch das “Argument”, Stolpersteine seien zum Gedenken nicht geeignet, weil man die Opfer so mit Füßen trete. Aber das ist eine andere Geschichte…

Geputzt habe ich sie schon mehrmals, doch ich war zum ersten Mal bei einer Verlegung von Stolpersteinen dabei.  Ich kenne keines der Opfer, keine der Opferfamilien. Ich habe keine Juden in meinem Freundeskreis, die ihren Glauben leben und mir davon erzählen. Und doch war ich so betroffen, als stürben dort Mitglieder meiner Familie. Es ist gut, wenn man unter Gleichfühlenden Tränen nicht verbergen muss. Ich lernte in einem kurzen Gespräch Levy (genannt Tito) Wolff kennen, der 1938 als Dreijähriger Aurich noch verlassen konnte und jetzt in Argentinien lebt. Für acht Mitglieder seiner Familie und für ihn selbst wurden an Jom Kippur Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Auricher Wallstraße gelegt. Ich werde ihm nach Buenos Aires schreiben.

Nach einem langen Tag war ich bestärkt: Niemand soll vergessen werden aus der schwärzesten Zeit Deutschlands. Die Arbeit des Erinnerns und Mahnens darf nie nachlassen. In diesem Sinne hat der Eckhaus Verlag Weimar ein Buch mit Stolperstein Geschichten aus Aurich aufgelegt. Der Band versammelt ausgewählte Biografien Auricher Opfer des Nationalsozialismus, die jetzt mit einem Stolperstein geehrt wurden. Die Bücher werden durch das Engagement großzügiger Sponsoren kostenlos an Auricher Schulen verteilt und sind außerdem für alle Leser frei im Handel erhältlich. Der Verlag arbeitet dabei ehrenamtlich ohne Gewinn.

Alle Fotos:  © Detlef M. Plaisier