„Der Biograf seines Vaters“ / Interview auf dem Blog „Bettinas Welt“

1. Was treibt dich an?

Ich habe eine Aufgabe: Ich zeichne auf, was die letzten lebenden Zeitzeugen der NS-Zeit zu sagen haben. Das bedarf der Sorgfalt, der Sensibilität, aber auch der Eile.

2. Was blockiert dich?

Finanzielle Sorgen.

3. Wie fühlst du dich, wenn du ein Projekt beendet hast?

„Je ernsthafter und zeitlich anspruchsvoller die sinngebende Lebenstätigkeit ist,

desto entsetzlicher ist die Leere, die auf sie folgt.“

(Václav Havel an seine Ehefrau Olga, 15. August 1981)

Mehr auf: http://www.bettinalippenberger.de/2017/07/01/interview-detlef-m-plaisier/

Detlef M. Plaisier zum Pressewart des Mühlenvereins Hahnentange gewählt / Ems-Portal, 26. Juni 2017

Der Vorstand des Mühlenvereins Hahnentange e.V. hat auf seiner Sitzung am 19. Juni 2017 den Journalisten und Autor Detlef M. Plaisier aus Surwold einstimmig zum neuen Pressewart gewählt.

Dazu erklärt Detlef M. Plaisier:

„Pressearbeit ist mehr als das Verteilen von Pressemitteilungen. Der Mühlenverein Hahnentange teilt das Schicksal vieler Vereine: Es fehlt der Nachwuchs im Ehrenamt. Es kommt dringend darauf an, einen festen und verlässlichen Helferstamm aufzubauen. Das erfordert Querdenken und viele Gespräche. Ebenso sehe ich es als meine Aufgabe an, gemeinsam mit dem Vorstand für die Mühle neue Nutzerkreise zu erschließen. Die Hahnentanger Mühle ist Technikerlebnis und kreativer Ort zugleich. Wir werden unseren Mitgliedern und Freunden bald neue attraktive Angebote unterbreiten.“

http://ems-portal.de/index.php/2017/06/26/detlef-m-plaisier-zum-pressewart-des-muehlenvereins-hahnentange-gewaehlt/

 

„Viele Fehntjer halfen bei der Recherche“ / General-Anzeiger, 30. März 2017

Detlef Plaisier. Bild: Strehler

Von Marion Janßen

Im Buch „Bubis Kinnertied“ schreibt Detlef Plaisier über die Jugend seines Vaters in Westrhauderfehn. An diesem Freitag liest er daraus vor.

General-Anzeiger: Herr Plaisier, Sie haben ein Buch über die Lebensgeschichte Ihres Vaters in Westrhauderfehn geschrieben. Wieso?

Detlef Plaisier: Mein Vater hinterließ mir bei seinem Tod 2006 eine Biografie, die Grundlage dieses Buches ist. Er behandelt darin seine Kindheit in Ostfriesland und im Emsland bis zu seiner Einberufung als 16-Jähriger. Ich habe während der Arbeit an dem Buch in Leipzig gewohnt. Ich war also auf Informationen aus dem Internet und Kontakte vom Fehn angewiesen. Ich bin dankbar, dass mich so viele Menschen unterstützt haben.

GA: Haben Sie Westrhauderfehn kennengelernt?

Plaisier: Mein Vater hat Anfang der 1950er Jahre aus beruflichen Gründen Ostfriesland verlassen. Ich bin in Hannover geboren. Ostfriesland kannte ich nur von Besuchen. Doch mein Vater hat immer von seiner Heimat erzählt und sich auch Rituale von dort bewahrt. Ich pflege das Grab meiner Großeltern am Untenende, und es gibt noch lebende Verwandte.

GA: Wie lange haben Sie an dem Buch gearbeitet?

Plaisier: Ich habe mich fünf Jahre nicht getraut, den Text aus dem Nachlass zu öffnen, in der Angst, mich erwarte Unangenehmes; ein Familienbild würde zerstört. Und so war es: Ich erfuhr, dass mein Großvater im Lager Börgermoor gearbeitet hatte, meine Großmutter führte die NS-Frauenschaft. Um das zu verarbeiten, zog ich einen Psychotherapeuten hinzu. Vom Auffinden des Textes bis zur Veröffentlichung sind fast elf Jahre vergangen.

Detlef Plaisier liest an diesem Freitag ab 19.30 Uhr beim Klönabend im Fehn-und Schiffahrtsmuseum. Eintritt: 3 Euro.