Test II: Wo bitte liegt denn der Mittelrhein?

Heute frage ich Menschen aus meinem Adress- und Telefonbuch. Bedingung: Nicht googeln!

Harry, Autor, Tulln/Österreich: Rheinland-Pfalz, denk ich. So die Ecke Trier?

Antje, Journalistin, Leipzig: Ich bin eine topographische Niete. Vielleicht bei Bonn? Auf jeden Fall gibt’s da Wein.

Andreas, Versicherungsspezialist, Leipzig: In der Nähe der Loreley? Auf jeden Fall südlich von Köln!

Frank, Gastronom, Vigo/Spanien: Vielleicht bei Köln?

Silvia, Immobilienmaklerin, Hannover: Geht auf jeden Fall bei Assmannshausen lang…… Von wo bis wo weiß ich nicht genau….. Aber NRW!

Kathrin, Autorin und Übersetzerin, Allendorf/Eder: Zwischen Köln und weiter oben?

Andreas, Fotograf, Leipzig: NRW? Oder ist es doch schon Elsass?

Hanno, Journalist, Leipzig: Zwischen Koblenz und Mainz (außer Konkurrenz… kommt aus Köln und hat Geographie studiert)

Fazit, wenn auch nicht repräsentativ: Für die Marke „Mittelrheintal“ ist noch einiges aufzuholen. Der Burgenblogger könnte Teil eines abgestimmten Marketingkonzeptes sein.

Attraktive Ausschreibung: Auf Burg Sooneck am Mittelrhein wird ein Burgenblogger gesucht

Quelle: www.burgen-am-rhein.de
Quelle: www.burgen-am-rhein.de

Das ist doch mal ein spannendes Angebot für alle, die im Umgang mit Social Media erfahren sind: Auf Burg Sooneck am Mittelrhein wird ein Burgenblogger gesucht. Das Amt, eine Fortschreibung des bekannten Stadtschreibers, soll sechs Monate von März bis Oktober 2015 ausgeübt werden. Gesucht wird eine Persönlichkeit,  „die sich nicht über das Mittelrheintal erhebt, sondern sich auf diese Gegend einlässt, mit einem Faible für die Thematik und einer Grundsympathie für die Mittelrheiner“. Der Burgenblogger sollte sich Zeit nehmen, das Tal und seine Menschen kennenzulernen. Gebloggt wird in einem extra dafür eingerichteten Blog – täglich zumindest kurz, mindestens einmal in der Woche lang. Angedacht ist eine parallele Übertragung des Blogs ins Englische, „weil das Mittelrheintal weltweit ein Begriff ist“. Das Wort wird idealerweise ergänzt durch Fotos und Videos. Für Journalisten wichtig: Die Organisatoren versprechen, es gibt kein Abnahmeverfahren für die Postings. Die Rhein-Zeitung wird die Beiträge des Burgenbloggers über Rhein-Zeitung.de und Social Media verbreiten helfen.

Ich bin elektrisiert. Meine Gedanken überschlagen sich. Ruhig Blut. Das will gut überlegt sein. Mit wem muss ich alles sprechen, bevor ich mich bewerbe? Schaffe ich das finanziell? Schließlich beschäftige ich Autoren, für die ich Verantwortung trage. Und sehen vier Augen bei einer solchen Aufgabe nicht mehr als zwei? Nun ist er dahin, der ruhige Sonntag. Aber das finde ich gar nicht schlimm.